Andre Krämer und Detlef Hans Serowy bestehen 2. Dan Jiu Jitsu

Von links: Heiko Stockbrügger ( 2. Dan Jiu Jitsu), Frank Lutterklas (3. Dan Jiu Jitsu), Christopher Spickhoff (1. Dan Jiu Jitsu), Detlef Hans Serowy (5. Dan Karate / 2. Dan Jiu Jitsu), Andre Krämer (2. Dan Jiu Jitsu), Fritz Böckhaus (6. Dan Jiu Jitsu)

Halle. Andre Krämer und Detlef Hans Serowy vom Karate Dojo Mushin Halle von 1991 e. V. haben die Prüfung zum 2. Dan im Jiu Jitsu bestanden. Der Leiter der Mushin-Jiu-Jitsu-Abteilung und der 5. Dan Karate bereiteten sich über ein Jahr lang auf die Prüfung vor. Die beiden stellten sich in Halle/Westfalen einer Prüfungskommission bestehend aus Fritz Böckhaus (6. Dan), Frank Lutterklas (3. Dan) und Heiko Stockbrügger (2. Dan).

 Andre Krämer (39) betreibt Jiu Jitsu als Hauptsportart und hat auch die Prüfung zum Grüngurt im Karate bestanden. Er legte 1997 die Prüfung zum ersten Dan im Jiu Jitsu ab. 1998 bestand Detlef Hans Serowy (53) die Prüfung zum ersten Dan Jiu Jitsu. Die beiden Budo-Sportler waren einander damals und jetzt wieder Partner bei der Prüfungskata. „Die besondere Herausforderung bestand darin, dass wir beide Rollen der Kata parallel lernen und an einem Tag kurz hinter einander zeigen mussten“, verdeutlichte Andre Krämer.

 „Das große Problem bei Prüfungen im Jiu Jitsu besteht darin, dass man für viele Aktionen einen Partner braucht, der von der Größe und vom Gewicht her möglichst gut zu einem passt“, erläuterte Detlef Hans Serowy. Bei Andre Krämer und ihm ist das nicht der Fall und deshalb mussten sie mit ihrer Prüfung zum 2. Dan warten, bis in der kleinen Jiu-Abteilung des Vereins, die seit Ende der 90er Jahre besteht, geeignete Partner aufgewachsen waren.

 „Wir müssen uns bei Merlin Wehmeier und bei Dennis Griwatz bedanken, denn ohne ihre Hilfe als Partner wäre unsere Prüfung nicht möglich gewesen“, betonten die beiden Träger des 2. Dan im Jiu Jitsu. Wehmeier (1. Dan Karate und Orangegurt Jiu Jitsu) bewältigte das umfangreiche Technikprogramm mit Andre Krämer, Griwatz (1. Kyu Karate und Gelbgurt Jiu Jitsu) stand seinem Trainer Serowy als Partner zur Verfügung.

 „Die Prüfung zum 2. Dan ist sehr anspruchsvoll, denn es können alle Vorkenntnisse vom Braungurt und vom 1. Dan abgefragt werden und zusätzlich gibt es einen umfangreichen Aufgabenkatalog sowie die Sonderaktionen“, ordnete Fritz Böckhaus das Vorhaben ein. Der 6. Dan aus dem Nachbarort Steinhagen-Amshausen stand Andre Krämer und Detlef Hans Serowy bei den Prüfungsvorbereitungen zur Seite und half insbesondere beim Erarbeiten der Prüfungskata Kime-no-Kata.

 „Fritz hat uns sehr geholfen und deshalb einen wichtigen Beitrag an unserem Erfolg“, betonte Detlef Hans Serowy. Der Gründer und Leiter des Karate Dojo Mushin Halle von 1991 e. V. bedankte sich beim Kodokan-Verband dafür, dass sein Verein die erste Jiu-Dan-Prüfung in Halle ausrichten durfte. „Wir erleben hier eine perfekte Ausrichtung“, erklärte Fritz Böckhaus im Zuge der Dan-Prüfung, bei der Christopher Spickhoff vom TSC Eintracht Dortmund den 1. Dan Jiu Jitsu bestand.

 Detlef Hans Serowy hatte 1994 zusätzlich zum Karate das Training des Jiu Jitsu aufgenommen. „Ich wollte als 2. Dan im Karate über den Tellerrand meiner eigenen Kunst hinausschauen und fand im Jiu Jitsu eine ideale Ergänzung“, erinnerte sich der 53-Jährige. Das Jiu bot für alle Fragen der Selbstverteidigung Antworten, bei denen das vom Wettkampfsystem und der Prüfungsordnung geprägte Shotokan-Karate ihn damals nicht überzeugen konnte.

 „Nahkampf, Bodenkampf, Handgemenge, Auseinandersetzungen mit mehreren Gegnern Abwehr gegen und Umgang mit Budo-Waffen, Würger, Hebel oder Würfe – diese Situationen wurden vor 18 Jahren im Shotokan praktisch nicht trainiert“, berichtete der A-Trainer Karate. Das habe sich inzwischen geändert, es gebe im Deutschen Karateverband und im Karate Dachverband NRW eine Vielzahl von Angeboten im Bereich Selbstverteidigung.

 „Trotzdem bietet das Jiu Jitsu für mich durch seine Mischung aus Judo-, Kobudo-, Karate- und Aikidotechniken eine faszinierende Vielzahl von Möglichkeiten.“ Die große Vielfalt an Techniken und Möglichkeiten ist aber auch ein Problem für Aktive, die wie Serowy in erster Linie eine andere Budosportart betreiben.

 „Über Jahre hatte ich mich auf das Wettkampftraining meiner Sportler und mein eigenes Wettkampftraining konzentriert und jetzt musste ich im Training das Ruder völlig herumlegen“, erinnerte er sich an den Beginn der Vorbereitung. Insgesamt vier Pflichtlehrgänge des Kodokan-Verbandes waren in einem Jahr  zu absolvieren, an fast jedem Wochenende stand – zusätzlich zum Karate – Jiu Jitsu auf dem Programm.

 „Wir werden nicht wieder 15 und 14 Jahre warten, bis wir erneut zu einer Dan-Prüfung im Jiu Jitsu antreten“, haben sich Andre Krämer und Detlef Hans Serowy vorgenommen. Für sie hat die Vorbereitung auf den 3. Dan in dieser Kampfkunst am Tag nach der Prüfung in Halle bereits begonnen. Beide haben außerdem den Ehrgeiz, auch andere Mitglieder der Jiu-Abteilung des Mushin Halle zur Dan-Prüfung zu führen.

 

 

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