Japan-Spende unseres Vereins

Kerstin und Detlef Hans Serowy vom Karate Dojo Mushin Halle mit den Einzahlungsbelegen und Spendenquittungen für die Spende des Vereins in Japan.

Fritz Nöpel (Mitte), Deutschlands höchstgraduierte Karatesportler, übergibt mit seiner Frau Eiko die Spende des Karate Dojo Mushin Halle an Masataka Watanabe, Chefredakteur der Tageszeitung Asahi Shinbun in Osaka.

Diese exotisch anmutenden Papiere belegt, wohin das Spendengeld aus Halle in Japan gegangen ist. Fritz Nöpel, Deutschlands höchstgraduierter Karatesportler, brachte des dem Vereinsleiter Detlef Hans Serowy mit aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Halle/Osaka. Als der Norden Japans vor etwas mehr als einem Jahr von einem schweren Erdbeben erschüttert und die Küste anschließen von einer bis zu 40 Meter hohen Flutwelle verwüstet wurde, da saßen nicht nur die Verantwortlichen des Karate Dojo Mushin Halle von 1991 e.V. fassungslos vor dem Fernseher. „Mir war schnell klar, dass wir da etwas machen müssen“, erklärt Detlef Hans Serowy. Bereits beim nächsten Training der Oberstufe wird über eine Spendenaktion für die Opfer der Katastrophe diskutiert.  

„Wir haben im vergangenen Jahr das 20-jährige Bestehen unseres Vereins gefeiert und hatten Geld für ein Fest vorgesehen“, berichtet der Gründer und Vorsitzende des Mushin Halle. Angesichts der unglaublichen Katastrophe besteht im Vorstand schnell Einigkeit darüber, dass das Fest sehr viel kleiner ausfallen soll.  

„Mit Flugblättern im Verein und mit Zeitungsartikeln haben wir dann zu Spenden aufgerufen“, erinnert sich Gabriele Wehmeier, zweite Vorsitzende des Vereins. Die Mitglieder und Freunde des Karate Dojo Mushin Halle lassen sich nicht lange bitten und wenige Wochen später ist eine stattliche Summe gesammelt.  

„Den Betrag hat der Vorstand dann auf 750 Euro aufgerundet“, sagt Detlef Hans Serowy. Das Geld steht nun bereit, doch die Karatesportler sind unsicher, welcher Hilfsorganisation sie ihre Spende anvertrauen sollen. „Die Sorge war groß, dass unsere Spende nicht an die richtige Stelle kommt“, so der Vorsitzende.  

Mitte Juli veranstalten die Haller Karatsportler ihren Jubiläumslehrgang, zu dem unter anderem Fritz Nöpel aus Kamen anreist. Der 77-Jährige ist als Träger des 9. Dan höchstgraduierter deutscher Karatemeister. Nöpel lebte in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Japan und ist mit einer Japanerin verheiratet.  

„Fritz berichtete uns davon, dass er mit Spendengeldern nach Japan reisen und dafür sorgen will, dass das Geld wirklich sinnvoll eingesetzt wird“, erklärt Detlef Hans Serowy. 10.000 Euro soll Nöpel im Auftrag des Deutschen Karateverbandes übergeben, 2.100 Euro hat er selbst bei einem großen Karatelehrgang gesammelt.  

Serowy wird sich mit dem Meister schnell einig. Fritz Nöpel nimmt auch die Spende aus Halle mit nach Japan. Mit einer größeren Delegation fährt der 77-Jährige Ende des Jahres zu einem großen Karatelehrgang nach Ikoma und reist weiter nach Osaka, wo er Masataka Watanabe trifft.  

Watanabe ist in Osaka Chefredakteur der größten Tageszeitung Japans, der Asahi Shinbun. „Diese Zeitung unterhält selbst eine Einrichtung, die Waisenkinder, Behinderte und Senioren nach der Erdbebenkatastrophe betreut“, berichtet Fritz Nöpel nach seiner Reise. Der Organisation „Kosebunka jigyodan“ übergibt er das Geld und erhält im Gegenzug Spendenquittungen.  

„Wir haben jetzt einen ordentlichen Einzahlungsbeleg über 76.297 Yen bei der Sumitomo Mitsui Banking Corporation und prächtig gestempelte Quittungen in Euro und Yen“, sagt Gabriele Wehmeier. Meister Nöpel hat den Hallern mit den Unterlagen auch ein Foto geschickt, dass seine Frau Eiko und ihn bei der Übergabe der Haller Spende zeigt.  

„Auch wenn unsere Spende angesichts der Katastrophe sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, freuen wir uns trotzdem darüber, dass wir das Leid in Japan etwas lindern konnten“, sagt Detlef Hans Serowy. Sein Dank gilt allen Spendern außerhalb und innerhalb des Vereins.

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